Mit Jugendliteratur sprachliche Register reflektieren. Ein integrativer Ansatz zur DaZ-Förderung

Claudia Müller & Anica Betz (Bochum) p.25-47

2014 Issue 2

Abstract

Die Jugendliteratur als genuines Feld der Literaturdidaktik findet sich aufgrund ihrer lese-motivierenden Funktion in mannigfaltiger Form im Literaturunterricht der Sekundarstufe wider. Jugendliteratur lässt sich aber nicht nur unter literarischen Gesichtspunkten und zur Steigerung der Lesemotivation im Deutschunterricht behandeln. Insbesondere vor dem Hintergrund der Ergebnisse aktueller Bildungsforschung, die nachweisen, dass der Umgang mit sprachlich komplexen Texten des Unterrichts SchülerInnen aus sozial nicht privilegierten Milieus häufig Schwierigkeiten bereitet und insbesondere für DaZ-Lerner additionale Erwerbsaufgaben im Deutschen bedeutet, stellt sich die Frage, wie das motivierende Potential der Jugendliteratur auch für das sprachliche Lernen genutzt werden kann. Am Beispiel der Romane Tschick von Wolfgang Herrndorf (2012) und SturzackerRoman einer Jugend von Horst Hensel (2005) soll daher ein integrativer Ansatz vorgestellt werden, der zeigt, wie mit Hilfe von Jugendliteratur die Sprachbewusstheit von SchülerInnen mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache gefördert und die Merkmale institutioneller und alltagssprachlicher Kommunikation im Unterricht erarbeitet und diskutiert werden können.