Issue 1/2012  -  ISSN 1470-9570

ARTICLES

Erwerb von Perfekt und Passiv bei DaF-Lernern: Eine Korpusstudie.

Denisa Bordag und Magdalena Sieradz, Leipzig (Seiten 1-26)

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Perfekt und Passiv weisen im Deutschen strukturelle Analogien auf, die zusammen mit ihren Erwerbssequenzen (Perfekt vor Passiv) interessante Voraussetzungen für Untersuchungen ihres L2-Erwerbs bieten. Beide analytischen Formen bestehen aus einem Hilfsverb und einem Partizip II, welches typischerweise mit dem Präfix ge- und (abhängig davon, ob es sich um ein regelmäßiges oder unregelmäßiges Verb handelt) dem Sufix -t/-en gebildet wird. Die Position des Präfixes hängt vor allem von der Anwesenheit anderer Präfixe und ihrer Status (trennbar/untrennbar) ab. Das Hilfsverb im Perfekt ist haben/sein; seine Wahl wird von syntaktisch-semantischen Eigenschaften des Verbs bestimmt. Das Hilfsverb im Passiv ist werden/sein in Abhängigkeit davon, welche Bedeutung der Sprecher ausdrücken möchte (Zustand/Vorgang) und was die Verbeigenschaften sind. In Nebensätzen ist die Wortfolge invertiert, so dass das finite Hilfsverb erst nach dem Partizip steht. Im Gegensatz zu den meisten vorherigen Untersuchungen (z.B. Blackshire-Belay, 1991; Dietrich et al., 1995; Clahsen 1997, 1999; Attaviriyanupap, 2006), die sich nur mit Teilaspekten des Erwerbs der beiden Strukturen auseinandersetzen, analysieren wir in unserer Studie den Perfekt- und Passiverwerb in ihrer morpho-syntaktischen Komplexität. Die Grundlage unserer Untersuchung ist das FALKO-Korpus. Eine ausführliche quantitative und qualitative Analyse aller Zielstrukturen hat mehrere neue Erkenntnisse gebracht, u.a. über (1) die Interaktion der involvierten morphosyntaktischen Merkmale in dem Erwerbsprozess, (2) die Faktoren, die die Bestimmung der Defaultformen beeinflussen, (3) den Einfluss der früher erlernten Strukturen auf die später erlernten, (4) die Diskrepanzen zwischen mentalen und linguistischen Grammatiken, besonders mit Rücksicht auf die Grenzen zwischen unterschiedlichen linguistischen Phänomenen, und (5) über die Modellierung lexikalischer Repräsentationen und der Verarbeitung der untersuchten Strukturen.

Die Integration der Projektarbeit in sprachpraktischen Lehrveranstaltungen des Fremdsprachenunterrichts mit landeskundlichen Schwerpunkten.

Yasemin Ceylan und Arzu Mollaoğlu, Bursa (Seiten 27-45)

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Im Studienjahr 2009-2010 wurde in den sprachpraktischen Lehrveranstaltungen des 1. Studienjahres in der Deutschlehrerausbildung der Uludağ Universität eine großangelegte Projektarbeit durchgeführt. Ausgehend von der Lektüre verschiedener Ausgaben der Zeitschrift „Deutschland“ sollten die im 2. Semester studierenden Lehramtstudenten außerhalb der regulären Seminare frei ausgewählte Themen gemäß eines gemeinsam erstellten Arbeitsplanes erarbeiten. Die landeskundlich interessanten Textinhalte motivierten die Studierenden selbständig und eigenverantwortlich verfasste Texte, Arbeitsaufträge, eigene Vorstellungen und Ideen in Plakatformat darzustellen. Durch diese individualisierte Form der Auseinandersetzung mit den Lerninhalten bringt Projektarbeit eine Dynamik in den Unterricht und sorgt für die Umstrukturierung traditioneller Unterrichtsverfahren. Studierende als angehende Deutschlehrer erfahren die handlungs- und produktionsorientierten Prinzipien eines kommunikativen Fremdsprachenunterrichts am eigenen Leibe und entwickeln entsprechende Vermittlungskompetenzen, die sie dann in ihrem eigenen Deutschunterricht einsetzen können.

The Challenge for German in English Secondary Schools: A Regional Study.

Mark Payne, Sheffield (Seiten 46-69)

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Statistics point to a steady decline in German exam take up at GCSE and A-Level in England, with a knock-on effect within Higher Education. Focusing on the secondary school system in England in particular, issues around the position of German have been considered within the broader debates on language diversification in relation to decisions based upon economics, politics, education and linguistics. This has all been set against the background of the hegemonic position of French in English schools. However, data drawn from some 50 secondary schools and 86 language teachers underline that it might not be all ‘doom and gloom’ Indeed, there are schools where the teaching and learning of German is positively thriving. Such schools might point to possibilities for ensuring the survival of German within the curriculum.

Zum Einsatz von Lesungen im DaF-Literaturunterricht der Auslandsgermanistik Madagaskars am Beispiel der Lesung Elisa Theusners von Grimms Märchen Rapunzel (2008).

Andriatiana Ranjakasoa Rampananarivo, Nürnberg (Seiten 70-101)

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Die Lebenspraxis madagassischer Germanistik-Studierender im Grundstudium I wird immer verstärkter medialisiert (vgl. Rösler 2010: 1200 und 1205). Demgegenüber ist der DaF-Literaturunterricht printmedial geprägt und lässt Vorerfahrungen der Studierenden mit technischen Medien unberücksichtigt. Mithin klaffen die Interessen sowie Erwartungen der Studierenden und die Kulturpraxis des DaF-Literaturunterrichts auseinander. Vor diesem Hintergrund gewährt der vorliegende Beitrag erste Einblicke in die didaktische Einsatzmöglichkeit von Hörbüchern im DaF-Literaturunterricht, die am Beispiel der Lesung Elisa Theusners von Grimms Märchen Rapunzel (2008) veranschaulicht wird. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, welchen Beitrag der multimodale bzw. symmediale DaF-Literaturunterricht zur Entwicklung neuer Lernweisen leisten kann, die sich für die Förderung der Lesekompetenz madagassischer Germanistik-Studierender im Grundstudium I bewähren können.

Unterrichtspraxis

Last und Lust: wissenschaftlich schreiben in der L2. Ein Kursmodell für Doktoranden und Post-Docs.

Jens Loescher, Berlin (Seiten 102-120)

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Dieser Beitrag entwickelt anhand der Auseinandersetzung mit gängigen Paradigmen der Wissenschaftssprachdidaktik einige Richtlinien für ein Kursmodell „Wissenschaftliches Schreiben“. Die Grundlage dieses Kursmodells besteht darin, einerseits seminaristisch Metawissen aufzubauen, andererseits Texte, die der wissenschaftlichen Arbeit der Teil-nehmer/innen entstammen, einer Gruppendiskussion zuzuführen. Als „Zwischenstufe“ können praktische Schreibübungen implementiert werden, die weniger reflektierend, vielmehr „automatisierend“ wirken sollen. Neben den traditionellen Methoden „kulturel-ler“ und fachsprachlicher Provenienz wird hier der Zusammenhang zwischen Wissen-schaftsspracherwerb und den kognitiven Praxen wissenschaftlichen Arbeitens betont. Progression und Textkorpus des Kursmodells werden im Anhang vorgestellt.

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Konferenzbericht

Fourth Biennial Conference of the German Studies Association of Australia, 30.11. – 2.12.2011, University of Queensland, St Lucia, Brisbane.

Konferenzbericht von Alexandra Simon-López, Joensuu (Seiten 121-128)

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REVIEWS

Wissenschaftssprache Deutsch: lesen – verstehen – schreiben. Ein Lehr- und Arbeitsbuch.

(2011) von Gabriele Graefen & Melanie Moll
Rezensiert von Jens Loescher, Berlin (Seiten 129-133)

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Interkulturelle Begegnungen in Literatur, Film und Fernsehen. Ein deutsch-japanischer Vergleich.

(2011)von Hilaria Gössmann, Renate Jaschke und Andreas Mrugalla (Hg.)
Rezensiert von Guido Rings, Cambridge (Seiten 134-136)

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