Issue 3/2018  -  ISSN 1470-9570

ARTICLES

Literatur, Literarizität und symbolische Kompetenz im universitären DaF-Unterricht

Beate Baumann, Catania (pages 1-20)

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In den letzten Jahren ist eine Neuprofilierung der Rolle literarischer Texte im Fremdsprachenunterricht zu verzeichnen. So lässt sich vor dem Hintergrund eines nicht-essentialistischen Kulturbegriffs und in Zusammenhang mit dem Konzept der symbolischen Kompetenz eine Tendenz erkennen, bei der die Aufmerksamkeit verstärkt auf die ästhetische Dimension der Sprache und damit auf ihre Literarizität gerichtet wird. Welche konkreten Erfahrungen Fremdsprachenstudierende beim Umgang mit der sprachlich-ästhetischen Dimension literarischer Texte machen und in welchem Zusammenhang diese mit der Entwicklung symbolischer Kompetenz stehen, soll im Folgenden anhand studentischer Textproduktionen empirisch aufgezeigt werden.

Förderunterricht für Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Sekundarstufe 1

Eleni Peleki, Flensburg (pages 21-47)

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Im vorliegenden Beitrag werden die Ergebnisse einer schriftlichen Befragung der studentischen Sprachförderlehrkräfte im Rahmen des Projektes „Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund“ der Stiftung Mercator an (Werk)Realschulen am Standort Schwäbisch Gmünd vorgestellt . Anhand der daraus resultierenden Ergebnisse, die zur Evaluation des Projektes dienten, werden umfassende Empfehlungen zur Deutsch als Zweitsprache-Lehrkräfteausbildung für Schulen mit sprachlicher Diversität zusammengestellt.

Inferentielle Lesestrategien als Grundlage der Mehrsprachigkeitsdidaktik

Patrizio Malloggi, Pisa (pages 48-61)

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The importance of inferencing skills for reading comprehension, with special regard to foreign-language texts, is currently being discussed more intensively in multilingual didactics (see Bär 2009; Blühdorn/Foschi Albert 2012; Hufeisen/Marx 2014; Meißner 2007; Riehl 2014). The aim of this paper is to show how Italian students with low level of German language knowledge can get an overall understanding of texts in the target language by focussing on specific features of a text (e.g. the so-called macro-structure) or by using their multilingual skills (English and other foreign languages).

Wie kann man Sprechen in Hochschulkooperationen besser lehren? Überlegungen anhand einer empirischen Untersuchung

Jianpei Yang, Shanghai (pages 62-78)

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Seit Anfang des 21. Jahrhunderts sind chinesisch-deutsche Hochschulkooperationen stark gewachsen und verschiedene Projekte in den Natur- und Ingenieurswissenschaften wurden vermehrt vorangetrieben. Der Erwerb der deutschen Sprache ist dabei für viele Projektstudierende eine große Herausforderung. Basierend auf einer Feldforschung im Jahr 2016 bespricht die vorliegende Arbeit eines dieser Projekte mit dem Namen „Chinesisch-Deutsche Hochschule für Angewandte Wissenschaften“ (CDHAW) der Tongji-Universität, wobei der Fokus auf der Sprechfertigkeit von Projektstudierenden liegt. Es geht um die Fragen, ob Projektstudierende mit ihrer Sprechfertigkeit zufrieden sind, welche Probleme sie beim Sprechen bzw. beim Spracherwerb haben und wie ihre Sprechfertigkeit gezielt gefördert werden kann. Die Analyse der Untersuchungsergebnisse zeigt mögliche Verbesserungen in der Förderung der Sprechfertigkeiten der Projektstudierenden auf.

Lexik in der spontanen, gesprochensprachlichen Interaktion: eine Annäherung aus der DaF-Perspektive

Meike Meliss, Mannheim/Santiago de Compostela & Christine Möhrs, Mannheim (pages 79-110)

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DaF-Lernende sollen – laut z.B. dem „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen“ – auf C1 Niveau über lexikalische Kompetenzen in der Interaktion verfügen und aus einem Repertoire von Diskursmitteln eine geeignete Wendung für konkrete Kommunikationsbedürfnisse auswählen können. Wir betrachten diese Annahme im vorliegenden Beitrag als Ausgangspunkt und stellen darauf aufbauend die Frage, welche Diskursmittel und lexikalischen Einheiten typisch für die mündliche Interaktion sind und daher auch spezifische Beachtung im DaF-/DaZ-Unterricht finden sollten. Zu hinterfragen ist, wie die Anforderungen an DaF-Lernende zu lexikalischen Besonderheiten im Mündlichen in Richtlinien wie dem GeR oder „Profile Deutsch“ formuliert werden und wie diese Anforderungen in Lehr- und Nachschlagewerken für diese Zielgruppe aufgegriffen werden. Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Möglichkeiten noch ausbaufähig sind, was aus unserer Sicht zum Beispiel über eine verstärkte Nutzung der inzwischen vorhandenen Korpora zum gesprochenen Deutsch denkbar sein kann.


Dossier zum Thema: Literarische und filmische Alteritätsdarstellungen und ihre didaktische Aufbereitung für den DaF Unterricht

ARTICLES

Exit Marrakech - eine Rückkehr zum Orientalismus?

Martina Moeller, Tunis (pages 111-131)

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Fiktionale Filme können das Eintauchen in und Begegnungen zwischen Kulturen auf unterschiedlichste Weise darstellen. Caroline Links Film Exit Marrakech (2013) ist ein als Vater-Sohn-Geschichte konzipierter Reisefilm, der eine Reihe von interkulturellen Begegnungen in Marokko inszeniert. Von der Filmkritik recht kontrovers besprochen scheint Links Film an Inszenierungsformen anzuknüpfen, die möglicherweise als eine Rückkehr zu Edward Saids Orientalismus gelesen werden könnten. In diesem Zusammenhang wirft der Film folgende Fragen auf: Welche Bilder Marokkos werden in Exit Marrakech entwickelt? In wie weit werden für die Darstellungen von interkulturellen Begegnungen orientalistische Klischees und Stereotype zum Zweck der Dekonstruktion rekonstruiert? Welche orientalistischen Muster bleiben bestehen? Nach der Filmanalyse untersucht dieser Beitrag abschließend die Frage, ob sich der Film für die Vermittlung von landeskundlichen Inhalten im universitären DaF-Unterricht eignet.

Eine transkulturelle Liebesgeschichte im postkolonialen Estland zwischen Zarenreich und Stalinismus

Rolf Füllmann, Köln (pages 132-145)

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,Jaschka und Janne (1965) von Siegfried von Vegesack (1888-1974) ist eine historisch paradigmatische wie prototypische Erzählung über eine (balten-)deutsch-estnische transkulturelle Liebe im multiethnischen Raum Ostmitteleuropas, die sich etwa von 1907 bis 1941 erstreckt. Die deutschbaltische Titelfigur der Erzählung, der adlige Student Jaschka an der Universität Tartu/Dorpat, verbindet sich mit der der Näherin und Estin Janne in einer von der Erzählinstanz evozierten postkolonialen wie skandalträchtigen Romeo-und-Julia-Konstellation. Im Laufe der Geschichte kehren sich die gender-relevanten Machtverhältnisse in dieser Paarbeziehung um: In der Zwischenkriegszeit ernährt die estnische Frau, mittlerweile zur Direktrice eines Modesalons avanciert, ihren durch die Bodenreform der jungen estnischen Republik enteigneten deutschen Gatten. Die Mesalliance zweier Liebender zwischen den Schichten und Ethnien des alten Livland behauptet sich gegen alle Widerstände und politischen Systemwechsel bis zum Verschwinden der Protagonisten in der totalitären Auslöschung während der ersten sowjetischen Okkupation 1940. Es ergibt sich die Frage, ob der insbesondere von estnischen Kolleginnen geschätzte Text im Kontext einer transkulturellen Literatur-wissenschaft und -didaktik unterrichtsrelevant ist.

Das Klima als Signum der Fremdheit

Nathalie Kónya-Jobs , Köln (pages 146-161)

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Sizilien erscheint für den Ich-Erzähler von Auf dem Turm, einen deutschen Reisenden, als Landschaft der existenziellen Krise und zona morta. Die Mittelmeerinsel wird als Ort äußerster Fremdheit dargestellt. Gert Hofmanns Kurzroman behandelt einen interkulturellen Konflikt und weist gleichzeitig Mittel der thermographischen Narration auf. Fungiert Klima in diesem Text als operativer Begriff des literarischen Verstehens von Fremdheitsdiskursen? Und wie kann eine Verbindung von interkulturellem Erzählen und Klimanarrativ im Rahmen des literarischen Lernens didaktisch modelliert und gedeutet werden?

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REVIEWS

Performatives Lehren Lernen Forschen / Performative Teaching Learning Research

Hrsg. von Susanne Even und Manfred Schewe
Rezensiert von Alexandra Hensel, Göttingen (Seiten 162 - 166)

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Erich Schmidt Verlag

images/narr_franke_attemptoNarr Francke Attempto Advertisement

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