„Glöggt er gest augað“, Scharf ist der Blick des Gastes. Die Isländer in den Augen deutschsprachiger Besucher

Oddný Sverrisdóttir (Reykjavík) p.108-124

2020 Issue 3

Abstract

Durch die Jahrhunderte sind Reisende aus dem deutschen Sprachraum nach Island gereist um die Naturphänomene der Insel zu erleben und darüber zu berichten. In diesem Artikel werden drei Gäste, die in 19. und 20. Jahrhundert nach Island reisten, vorgestellt. Es han- delt sich um die österreichische Globetrotterin Ida Pfeiffer, die Berlinerin Ina vom Grumb- kow, deren Verlobter auf einer Expedition am Askja-Kratersee verschollen ist, und den Professor und Märchensammler Konrad Maurer aus München. Anhand der Reisebeichte – Pfeiffers Nordlandfahrt, Maurers Reise nach Island und Grumbkows Ísafold Reisebilder aus Island – wird festgestellt wie fremd die Lebensverhältnisse und der harte Lebenskampf der Isländer in den Augen der deutschsprachigen Gäste waren. Beispiele dafür, was den Gästen angenehm bzw. unangenehm auffiel, sei es fehlende Sauberkeit, Trägheit der Isländer, Armut oder die isländische Ehrlichkeit, werden gegeben. Die Reiseberichte erhalten wertvolle Informationen über das Alltagsleben in Island und darüber, wie sich das von den Lebensverhältnissen in Mitteleuropa unterschied.

Over the centuries, explorers and visitors from German-speaking lands have travelled to Iceland to experience the island’s natural phenomena and report on their experiences. This article focuses on three visitors who visited Iceland in the 19th and 20th centuries: the Austrian travel writer and globetrotter Ida Pfeiffer, the Berliner Ina von Grumbkow, who lost her fiancé on an expedition to the crater lake Askja, and the professor and fairy-tale collector Konrad Maurer from Munich. The accounts in Pfeiffer’s Nordlandfahrt, Grumb- kow’s Ísafold. Reisebilder aus Island and Maurer’s Reise nach Island show how hard and sometimes strange life in Iceland was in the eyes of foreign visitors. Many of their obser- vations concerning the Icelandic people are common to such travel reports, for instance the lack of cleanliness, lethargy, poverty and Icelandic bluntness. These travel reports provide valuable insight into the difference between life in Iceland and in Central Europe at the time.