Zur Anwendung von Multimedia-Learning-Prinzipien im Fremdsprachenunterricht

Amir Mahdi Meshkin Mehr (Universität Teheran), 84-117

2026 Issue 2

Abstract

Der vorliegende Beitrag untersucht die Anwendung der Multimedia-Learning-Prinzipien nach Richard E. Mayer im Fremdsprachenunterricht. Er ist konzeptionell-anwendungsorientiert angelegt: Die Prinzipien werden entlang der drei instruktionalen Ziele der kognitiven Theorie des multimedialen Lernens systematisch dargestellt, anhand von Unterrichtsbeispielen illustriert und auf ihre Reichweite im fremdsprachlichen Kontext geprüft. Dabei zeigt sich, dass die Prinzipien empirisch unterschiedlich gut abgesichert und bereits in der allgemeinen Lehr-Lernforschung an Geltungsbedingungen gebunden sind. Für den Fremdsprachenunterricht verschärft sich dieser Befund: Beim Modalitäts- und beim Redundanzprinzip kehrt sich die Befundlage unter bestimmten Bedingungen um, was sich auf einen gemeinsamen Mechanismus zurückführen lässt. Aus der Analyse werden drei Bedingungen abgeleitet, von denen die Geltung der Prinzipien im Fremdsprachenunterricht abhängt: das sprachliche Kompetenzniveau, die Steuerbarkeit des Darbietungstempos und das Lernsetting. Da für den DaF-/DaZ-Bereich nur sehr wenige einschlägige Studien vorliegen, stützt sich die Argumentation überwiegend auf Untersuchungen zum Fremdsprachenunterricht allgemein, insbesondere zum Englischen als Fremdsprache. Abschließend werden die Potenziale generativer künstlicher Intelligenz für die Umsetzung der Prinzipien diskutiert und Forschungsdesiderate benannt.